Mikropulslaser bei RCS / CCSWenn sich Flüssigkeit unter der Netzhautmitte sammelt.
Die Retinopathia centralis serosa (RCS), in Fachpublikationen häufig Chorioretinopathia centralis serosa (CCS) genannt, betrifft vor allem Makula und Aderhaut. Flüssigkeit sammelt sich unter der Netzhaut und kann verschwommenes Sehen, verzerrte Linien, eine „graue Scheibe“, veränderte Größenwahrnehmung oder vermindertes Kontrastsehen verursachen.
Viele akute Verläufe bilden sich innerhalb einiger Monate spontan zurück. Bleibt Flüssigkeit bestehen, kehrt sie wieder oder drohen chronische Schäden an Pigmentepithel und Fotorezeptoren, wird anhand von OCT und gegebenenfalls Fluoreszein- und ICG-Angiographie eine Behandlung geprüft.
01Wie der Mikropulslaser arbeitet
Kurze Energieimpulse wechseln sich mit Abkühlphasen ab. Anders als bei der sichtbaren konventionellen Laserkoagulation soll keine dauerhafte Netzhautnarbe entstehen. Behandelt werden zuvor genau festgelegte Leckage- oder Flüssigkeitsareale.
02Für wen er infrage kommt
Eine Behandlung kann bei ausgewählten persistierenden oder wiederkehrenden Verläufen sinnvoll sein, insbesondere wenn Bildgebung und Lage der Leckage zum Verfahren passen. Eine akute RCS wird nicht automatisch sofort gelasert.
03Welche Alternativen bestehen
Je nach Befund kommen Beobachtung, konventionelle fokale Laserbehandlung außerhalb der Fovea oder eine photodynamische Therapie infrage. Bei chronischer RCS war die Half-dose-PDT in der PLACE-Studie dem untersuchten Mikropulsverfahren insgesamt überlegen.
04Was nachher kontrolliert wird
Entscheidend sind Sehschärfe, Beschwerden und die Flüssigkeit im OCT. Die Wirkung entwickelt sich im Verlauf; eine erneute oder alternative Behandlung kann bei verbleibender Flüssigkeit notwendig werden.